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Bisphosphonate und Antikörper

Bisphosphonate und Antikörper wie Denosumab werden bei fortschreitender Osteoporose oder im Rahmen onkologischer Therapien, etwa bei Brust- oder Prostatakarzinomen, eingesetzt, um den Knochenabbau oder die Ausbreitung von Knochenmetastasen zu verlangsamen.

Diese Medikamente lagern sich besonders im Kieferknochen ab und beeinflussen dort die Durchblutung. In der Folge kann es bei chirurgischen Eingriffen oder Implantationen zu einem erhöhten Risiko für Infektionen oder eine sogenannte medikamentenassoziierte Kiefernekrose (MRONJ) kommen. 

Interdisziplinäre Beratung und Betreuung

Vor, während und nach einer Bisphosphonat- oder Denosumabtherapie ist eine enge Abstimmung zwischen Zahnmedizin und Onkologie sinnvoll. Dazu gehören:

  • zahnärztliche Voruntersuchungen und Sanierung möglicher Entzündungsherde,
  • ggf. ergänzende Blutanalysen (z. B. CTX-Wert) zur Risikoeinschätzung,
  • Abstimmung mit den behandelnden Ärzt:innen über notwendige Maßnahmen,
  • prophylaktische Konzepte und die Möglichkeit von Schutzschienen (z. B. bei Strahlentherapie). 

Zahnärztliche Begleitung bei Onkotherapie 

Auch Chemo- und Strahlentherapien haben Wechselwirkungen mit der Mund- und Zahngesundheit. Deshalb umfasst die Betreuung in der oralen Medizin auch:

  • Beratung zu prophylaktischen Maßnahmen vor Therapiebeginn,
  • zahnärztliche Kontrollen während der Behandlung,
  • Unterstützung bei Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit oder Schleimhautentzündungen,
  • enge Zusammenarbeit mit Onkologie, Hämatologie, Radiologie und weiteren Fachrichtungen. 

 

 

Wissenschaftliche Grundlage 

Die Betreuung orientiert sich an aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien (z. B. AAOMS, DGZMK, DGI) und berücksichtigt individuelle Faktoren wie Erkrankung, Medikation und allgemeine Gesundheit.